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CORONA zum Trotz – 17 Jungjäger_innen erlangen ihren Ersten Jahresjagdschein

05. 08. 2020

Am 02.09.2019 begann mit 27 Jagdscheinanwärter_innen im Unterrichtsraum des Regionalen Bildungszentrum Eckernförde der bis dahin längste Ausbildungskursus in der Geschichte der Kreisjägerschaft Eckernförde e. V. - doch das wussten zu diesem Zeitpunkt weder die Ausbilder noch die Anwärter_innen. Eine anstrengenden Zeit des Lernens für das angestrebte Waidwerken lag noch vor Ihnen – und auch die Ende Februar 2020 am Firmament weltweit aufziehende CORONA-Pandemie…

Aus-, Durch- und Zusammenhalten war nun für die leiderprobten Jagdan-wärter_innen angesagt! 

Zum Ende der - mit einer Pause von fast 3 Monaten - verbundenen Ausbildungszeit, stellten sich letztlich 17 Jungjäger_innen den schweren Prüfungen. Insgesamt 16 der Jagdscheinanwärter_innen erhielten im Anschluss an die mündlichen Prüfungen in der letzten Juliwoche ihre Befähigung zur Erlangung des ersten Jahresjagdscheins.

 

Gruppenfoto Jungjäger 2019-20

Das Foto zeigt - von links nach rechts - die erfolgreichen Jungjäger_innen mit ihren Ausbildern: Uwe Jacobi (Ausb.) – Doris Jacobi (Ausb.) – Udo Erdmann (Ausb.) - Karl Rust (Ausb.) - Katharina Raab – Alexandra Lemke – Anja Wicke – Malte Ott (Kursussprecher) – Philipp Teschner – Adriana Reimers – Mara Schade – Marco Jürgensen – Cora Gruel – Thorsten Schwandt – Friedrich Schulz – Tobias Jäschke – Christian Tank – Harald Schumacher (Ausb.) – Björn Mißling

                                                                                                                        

Unter großer Freude durften sie die begehrten Bescheinigungen aus den Händen von Kreisjägermeister Thore Lohse persönlich in Empfang nehmen.

Dieses Ereignis wurde am Abend des 01. August 2020 bei Jäger Kalli Naeve in Bohnert - im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Hygiene-Bestimmungen - gefeiert! Die 16 erfolgreichen Jungjäger_innen wurden an diesem Abend von ihrem Ausbilderteam freigesprochen und in den Jägerstand erhoben. Dies wurde auf traditionelle Art mit dem Vorhalt der Freisprechungsformel und nach dem Gelöbnis durch den Jägerschlag mit dem Hirschfänger vollzogen. Feierlich erklang hierbei das Jagdleitsignal „Blattschlagen“ durch das Jagdhornbläsercorps Altenhofer Dachse. Nach althergebrachter Tradition und Brauchtum durfte auch an diesem Abend nicht der von Ausbilderin Doris Jacobi speziell gemischte Jägertrunk fehlen. Obwohl in diesem Jahr nicht wie sonst hintereinander aus der langen Hahn-Querflinte, sondern hygienisch in einzelnen kleinen Gläschen gereicht. Einigen der Jungjäger_innen wollte der Trunk dennoch nicht so leicht in den Mund fließen, war doch das schlimme Gerücht umgegangen, dem Jägertrunke könne Rehschweiß und „Dachspippi“ beigemischt sein… Stolz und glücklich nahmen die Jungjäger_innen hiernach dann ihren Jägerbrief vom Ausbilderteam entgegen.

Ausbildungsleiter Udo Erdmann hatte in seiner anschließenden Ansprache, die anstrengende und teils nervenzermürbende Ausbildungszeit von fast 11 Monaten noch einmal vorüberziehen lassen.

Unmengen an Lehrstoff und –material waren zu bewältigen gewesen. Was für die Ausbilder so selbstverständlich und leicht von den Lippen ging, musste von den Jagdanwärter_innen erst einmal verstanden, mitgeschrieben, verdaut, und nachhaltig im Hirnkasten abgespeichert werden. Es reihten sich zudem noch die Teilnahme an der Kreispokalsuche für Jagdhunde und an einer Drückjagd sowie das fachgerechte praktische Aufbrechen und Versorgen von Wild mit dem Ansprechen der Organe im Fach Wildbrethygenie an. Auch das Ansprechen von Trophäen sowie das theoretische und praktische Fangjagdseminar reihten sich ein. Zudem standen noch verschiedene Exkursionen wie in das Hegelehrrevier Grönwohld auf dem Stundenplan. Ein praktisches Kurzwaffen-Schießseminar mit Revolvern und Pistolen in verschiedenen Kalibern mit dem Waffenkunde-Ausbilder Uwe Jacobi hatten die Anwärter_innen in der Raumtunnel-Schießanlage des VfL Loose Anfang Januar an zwei Samstagen absolviert.

Auch der Umgang und das Schießen mit Flinte und Repetierer musste erlernt werden – und gerade das Flintenschießen stellte für einige zu Anfang ein nicht ganz einfaches und beliebtes Unterrichtsfach dar. Die professionelle Schießausbildung lag wieder in Händen der Firma Waffen Schrum in Tellingstedt.

Bereits im Dezember 2019 und Januar 2020 waren die Jagdscheinanwärter_innen mittels einer umfassende Flintenschieß-Einweisung durch das Eckernförder Ausbilderteam auf das Schießen in Tellingstedt umfassend vorbereitet worden. Dies war für alle eine lehrreiche Vorbereitung, da auf einem Schießstand in Sachen Disziplin und Sicherheit sehr viel beachtet werden muss. Auch die ersten Schüsse aus dem „Püster“ waren für viele überraschend und der „WUMMS“ einfach verblüffend…

So gut vorbereitet traten sie die Schießausbildung dann im Februar 2019 bei Schießausbilder Andreas Sörensen an der Flinte und Karl Rust am Repetierer auf dem Schießplatz in Tellingstedt an.

Anfang März kam der große CORONA-Einbruch – und ALLES STAND STILL…

Mittels digitalem Unterrichts wurden die Jagdscheinanwärter_innen weiter zum Lernen angehalten und motiviert. Notdürftig und mit Einschränkungen konnte mit dem persönlichen Unterricht erst wieder ab dem 18. Mai in geteilten Gruppen begonnen werden.

Mit der Schießprüfung und schriftlichen Prüfung am 20. Juni 2020 und der mündlichen Prüfung Anfang Juli kam dann die erlösende Endphase.

Für die drei Erfolgreichsten aus dem Jungjägerkursus, Malte Ott (Kursussprecher), Friedrich Schulz und Marco Jürgensen, konnten die Ausbilder Doris und Uwe Jacobi als besondere Auszeichnung wieder je einen Schalenwildabschuss in Revieren der Kreisjägerschaft Eckernförde vergeben.

Vielen Dank sei hier vom gesamten Ausbildungsteam an die edlen Spender aus den Jagdrevier Damendorf (Sören Claußen), Jagdrevier Schuby (Clemens Petersen) und Jagdrevier Hummelfeld (Jürgen Thams) gesagt.

Nach der Gegenrede des Kursus-Sprechers Malte Ott hatte der offizielle Teil der Feier sein Ende gefunden; nicht jedoch die ruhige und harmonische Feier. Es wurde gemäßigt und mit dem vorgeschriebenen Abstand in netter Runde geredet und gefachsimpelt. So manches Horrido wurde ausgebracht und damit verbunden so mancher Jagd-Schluck aus dem Glase genommen.

Allen frisch gebackenen Jungjäger_innen des „CORONA“-Ausbildungskursus 2019-20 ein dreifach’ Horrido mit Waidmannsheil und allzeit guten Anlauf mit waidgerechtem Handeln!

 

Uwe Jacobi

Ausbilder & Administrator

in der Jungjäger-Ausbildungsgruppe der KJS Eckernförde

 

 

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