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Jahreshauptversammlung 2020 der Kreisjägerschaft Eckernförde e. V.

08. 11. 2020

Es war eine ungewöhnliche Sitzung an einem ungewöhnlichen Ort: Die Hauptversammlung der Kreisjägerschaft Eckernförde war auf Donnerstag, 15. Oktober, 19 Uhr terminiert worden – unter Auflagen bedingt durch die Corona-Pandemie war der Einlass auf weniger als 50 Gäste begrenzt. Aber Vorsitzender Otto Gravert musste sich keine Sorgen machen, nicht einmal 12 Besucher – Vorstand ausgeschlossen – hatten den Weg in den Carls Showpalast auf sich genommen.

Ob das mangelnde Interesse auf die Pandemie zurückzuführen ist oder ob es andere Gründe sind – das steht in den Sternen.
So gab es keine Probleme, den notwendigen Abstand einzuhalten, auf Ehrungen und Jagdhornbläser war von vornherein verzichtet worden.

Otto Gravert

In seinem Bericht ging Otto Gravert auf die Problematiken der Abschussplanung ein, unter anderem gibt es immer noch Diskussionen mit den Landesforsten. Auch die Afrikanische Schweinepest gehörte zu den Themen, nach dem ersten ASP-positiven Fund eines Schwarzwildkadavers vor knapp acht Wochen sind bis 6. November in Deutschland 128-ASP-Ausbrüche im Schwarzwildbestand amtlich bestätigt worden. 127 in Brandenburg und einer in Sachsen - „Noch sind wir davon verschont“, so Gravert.


Auch Gäste und Grußworte gab es nicht, bis auf eine Ausnahme: Kreisjägermeister Olaf Malmström.

Olaf Malmström

Am 1. Juli wurde Malmström zum stellvertretenden Kreisjägermeister des Kreises Rendsburg-Eckernförde auf Wahlvorschlag der drei Kreisjägerschaften ernannt. Er übernimmt im Gebiet der KJS Eckernförde die Aufgabe des Kreisjägermeisters. Der 52-Jährige hatte auch Informatives aus der Jagdbehörde im Gepäck. Gemeinsam mit Thore Lohse agiert Malmström in den kommenden fünf Jahren als Kreisjägermeister. Zuvor stellte er sich den Besuchern vor, obwohl die meisten ihn aufgrund seines umfangreichen jagdlichen Engagements bereits kennen.
1986 hat Olaf Malmstörm seine Jägerprüfung in Eckernförde abgelegt, seit 1987 ist er Jagdaufseher auf Gut Warleberg. 2006 pachtete er das Revier Gut Ellerdorf, Hundeführer und Verbandsrichter (auch Schweiß) war er immer. Malmström ist stellvertretender Hegeringleiter im HR Langwedel (Rendsburg-Ost) und auch Vorstandsmitglied der KJS Rendsburg-Ost, zu den Schwerpunkten in seinem jagdlichen Engagement gehört die Niederwildhege und die Schalenwildbewirtschaftung.
Malmström gab Informationen zum aktuellen Streckenbericht, unter anderem hatte er die Zahlen parat. Beim Rotwild wurden 518 Stücke gestreckt (581 im Vorjahr), beim Rehwild waren es 2525 (2545), beim Damwild 1705, beim Muffelwild 33 und beim Sikawild 133. Beim Hasen war der Abschuss mit 516 Tieren größer als im Vorjahr (466), beim Kanin geringer mit 177 (652). Beim Raubwild wie Fuchs (611 zu 449), Dachs (201 zur 188) oder auch beim Marderhund (665 zu 405) waren die aktuellen Zahlen deutlich höher als in den Vorjahren. Dabei äußerte Malmström einen Wunsch: „Es wäre schön, wenn für jedes Stück Damwild eine Krähe geschossen werden würde.“
Das war jedoch nicht die einzige Aussage, mit der Malmström zum Nachdenken anregen wollte. Er sprach das Thema Erntejagden direkt an: „In meinen Augen hat das mit Jagd nichts zu tun, ich gehe sogar soweit, dass man dabei keine Strecke legen sollte und auch ein Verblasen nicht angebracht ist“, argumentierte der Kreisjägermeister.


Ein weiteres Thema: die Finanzen. Kassenwart Jörn Baasch hatte das Zahlenwerk wie immer bestens vorbereitet, die Kassenprüfer betonten, dass es keine Fragen gegeben hätte – Kassenwart und Vorstand wurden mehrheitlich entlastet. 


Uwe Jacobi, langjähriger Obmann für Öffentlichkeitsarbeit, hatte bereits im Frühjahr angekündigt, nach mehr als zwölf Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit sein Amt niederzulegen. Das machte er nicht, ohne einen Nachfolger zu nennen: Günter Hoffmann wird das Amt übernehmen, er wurde in Abwesenheit gewählt. 
Für Jacobi und seine Ehefrau gab es einen großen Präsentkorb und lobende Worte von Otto Gravert, der sich für das Engagement für die Homepage und die Öffentlichkeitsarbeit bedankte. 

Uwe Jacobi Präsentkorb
Beide waren bereits, im Vorgriff auf die Jahreshauptversammlung, am 02.06.2020 im Rahmen der Vorstandssitzung in Anerkennung für Ihre Dienste um die Erhaltung und Förderung des deutschen Jagdwesens die DJV-Ehrenurkunde mit der Verdienstnadel in Bronze unter dem Applaus der Versammelten verliehen worden. 

 

Sorka Eixmann

Stellvertretende Öffentlichkeitsobfrau

im LJV Schleswig-Holstein e. V. 

 

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